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„Rechtzeitig
reffen“ ist eine der Grundregeln
guter Seemannschaft.
Zu spätes Reffen erzeugt erhöhte Krängung und bedeutet unnötige Überlastung
für Tuch und Rigg. Außerdem wird die Fahrt herabgesetzt, der Druck
auf das Ruder erhöht und der Segelwechsel erheblich mühevoller.
Die meisten Yachten segeln mit einer Lage von etwa 15% ausgewogen und damit am
schnellsten. Um die Krängung herabzusetzen, muß Druck aus den Segeln
genommen werden. Man trimmt das Profil flacher und „öffnet“ dadurch
das Achterliek. Zum Trimmen der Genua setzt man Stag und Fall stärker durch
und verschiebt den Holenpunkt der Schot weiter nach achtern, damit sich das Achterliek öffnet.
Daß der Druck im Großsegel zu hoch ist, erkennt man nicht nur an
der erhöhten Lage, sondern auch am übermäßigen Ruderdruck.
Erste Maßnahme: den Traveller nach Lee fieren. Brist es weiter auf, muß das
Profil flacher getrimmt werden. Auf 7/8 Riggs geschieht dies am einfachsten und
schnellsten über das Vergrößern der Mastbiegung. Auf Yachten,
die diese Trimmöglichkeit nicht haben, setzt man das Fall und – wenn
nötig – den Vorliekstrecker (Cunningham) sowie das Unterliek entsprechend
durch. Diese Maßnahmen gelten übrigens für alle Riggarten, denn
auf diese Weise verhindert man, daß sich die größte Profiltiefe
durch den Winddruck zu weit nach hinten verlagert.
Ob das Großsegel richtig getrimmt und der Twist (Verwindung des Achterlieks) über
Traveller, Schot oder Baumniederholer richtig eingestellt sind, läßt
sich mit einem Blick nach oben erkennen: Die oberste Latte sollte in etwa parallel
zum Baum verlaufen.
Nehmen Ruderdruck und Lage weiter zu, heißt es Segelfläche verringern.
Für alle Kurse am Wind gilt die Regel „ohne Groß nichts los“.
Praktisch heißt das: Erst wenn auch mit der kleinen Arbeitsfock das Schiff
zu hart auf dem Ruder liegt und die Krängung weiter zunimmt, ist das erste
Reff (flach getrimmt) im Groß fällig.
Der Grund: Wird erst das Großsegel gerefft, verkleinert sich der Spalt
zwischen Groß und Vorsegel. Die Vortriebsleistung des Riggs wird erheblich
vermindert, und das Boot läuft weniger Höhe (siehe Trimmfibel Seite
63). Refft man das Großsegel zu früh, kann das Schiff durch den zu
weit nach vorn verlagerten Segeldruckpunkt leegierig werden. Leegierige Boote
lassen sich schwerer steuern.
Die Tendenz nach Lee wirkt sich außerdem ungünstig auf die Strömung
an Kiel und Ruderblatt aus. Deren Vorkanten sollten aus physikalischen Gründen
im Verhältnis zur Strömungsrichtung immer
leicht nach Luv angestellt sein, damit sie Auftrieb erzeugen. |
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