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  Großsegel aufzurollen wie Vorsegel ist ein ebenso nahelie gen der wie einleuchtender Gedanke. Beim Großsegel konkurrieren zwei Konzepte miteinander.

- Das Groß wird, wie ein Vorsegel über das   Vorliek, also in Richtung Mast, aufgerollt. Die   Rollreffanlage sitzt entweder im oder kurz   hinterm Mast.

- Die Rollreffanlage wird in den Baum integriert.
  Bei der Entscheidung für eine Rollreffanlage   steht durchaus nicht nur das Reffen im   Vordergrund. Viele verbinden mit diesen   Anlagen außerdem ein aufgeräumtes Schiff.   Das Auftuchen des losen Segels im Hafen   entfällt, und auch die nötige Persenning ist um   einiges kleiner. So gesehen sind   Großsegelrollreffanlagen ein Beitrag zum   bequemen Segeln. Sie wenden sich an den   gemütlichen Fahrtensegler, der komfortabel   von einem Hafen zum nächsten schippert.
  Nun meinen viele, die über Ihr Leinenreff   „schimpfen“, daß mit einer Rollreffanlage alles   einfacher würde. Doch die Rollmechanik ist   nur die eine Seite der Medaille.

- Jedes Reff (auch ein konventionelles) ist nur   so gut wie die verwendeten Umlenkungen   (beispielsweise Blöcke).

- Jedes Reff (auch ein konventionelles), das   nicht konsequent zum Cockpit umgelenkt   wird, führt in der Praxis zu unangenehmen,   wenn nicht gar zu gefährlichen Situationen.   Fallenstopper und eine Selbstholerwinsch   sollten hier selbstverständlich sein.

Wer sich für eine Rollreffanlage entscheidet, entscheidet sich nicht notwendigerweise für ein leistungsschwächeres System. Im Gegenteil: Die Anschaffung eines solchen Systems hängt in erster Linie von den Ambitionen des Seglers ab und kann für den Einzelnen eine große Verbesserung darstellen. Die am Markt befindlichen Systeme bieten schon heute eine überzeugende Funktionalität.
Einen großen Vorteil haben die Rollreffanlagen garantiert auf ihrer Seite. Durch den stufenlosen Reffvorgang läßt sich die Segelfläche feinfühlig an die tatsächlichen Windverhältnisse anpassen. Das sorgt nicht nur für ein ruhiges Seeverhalten der Boote. Gleichzeitig sinkt die Belastung der Segel und des übrigen Materials. Die Folge: Es können leichtere Segeltuche verarbeitet werden.

Die im folgenden dargestellten Sachverhalte gelten für Mastreffanlagen ebenso wie für Großbaumreffanlagen:

- Beide Systeme benötigen präzise   Winkeleinstellungen am Segel bzw.   Großbaum.

Die Schwierigkeit liegt in beiden Fällen im Halsbereich der Segel, weil sich in dieser Zone die Segel besonders dick übereinanderrollen. Hier ist es wichtig, daß über eine leichte Steigung das Liek nicht übereinander, sondern nebeneinander zu liegen kommt. Speziell am Baum muß über eine geeignete Baumstütze dieser Winkel genau eingehalten werden, auch (vor allem) unter schwierigen Bedingungen bei schwerem Seegang.

- Bei beiden Typen von Rollsystemen muß bei   der Segelform mit Einschränkungen gerechnet   werden. Allerdings fallen diese   Einschränkungen beim Reffbaum deutlich   geringer aus als beim Rollmast.

- Rollmasten dürfen praktisch nicht „gekrümmt“   werden. Das hängt mit der im Mast gelagerten   Welle zusammen, die steif bleiben muß. Bei   Rollbäumen ist die Mastbiegung zum einen   durch den Distanzhalter hinter dem Mast   begrenzt – zum anderen durch die Forderung,   die Lagen des aufgerollten Lieks am Baum   gleichmäßig hintereinander anzuordnen.   Rollsysteme sind von daher eher für   toppgetakelte Yachten geeignet. Bei sehr   großen Riggs emp fiehlt sich der Einsatz von   Backstagen.

Rollbaum:

Gut eingestellte Rollreffbäume können funktionieren. Empfehlen kann ich sie nur für kleinere Yachten. Hier überwiegen die Vorteile, das Segel aus dem Cockpit setzen, bergen und reffen zu können. Reibung und Verschleiß spielen hier eine untergeordnete Rolle. Allerdings steht dem der relativ hohe Preis gegenüber.