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Rollreffanlagen
für das Vorsegel und das Großsegel sind
nur auf den ersten Blick vergleichbare Systeme. Eine
nähere Betrachtung zeigt, daß sich die
Achse zum Reffen von der Achse zum Setzen eines Segels
unterscheidet. Anlagen, die das Vorsegel rollen,
arbeiten auf diesen unterschiedlichen Achsen. Anlagen,
die das Großsegel rollen, nur auf einer Achse.
Das läßt sich systembedingt nicht vermeiden,
denn zum Rollen des Großsegels muß das
gesamte Vorliek in einer Profilnut geführt werden.
Diese Führung erfolgt prinzipiell über
ein Distanzstück hinter dem Mast. Das Distanzstück
hat die Aufgabe, das Vorliek genau über die
Drehachse des Baumes zu stellen. Weiterhin ist eine
genaue Baumneigung erforderlich, um nicht das gesamte
Vorliek mit seiner Verstärkung und dem entsprechenden
Volumen an einer Stelle aufzurollen. Das Vorliek
muß Törn für Törn nach achtern
wandern. Um ein einwandfreies Rollen zu gewährleisten,
muß nicht nur das Großsegel exakt auf
das System geschnitten sein, sondern der Segler muß auch
in der Lage sein, den Baum in der richtigen Neigung
zu justieren. Zusätzlich muß noch die
Reibung des Vorlieks überwunden werden. Diese
zusätzlichen Anforderungen verlagern die Vorteile
des Rollens ganz klar auf das Vorsegel.
Um das Vorliek zu rollen, muß das Boot in
den Wind gestellt werden. Der Baum arbeitet im
Seegang, die Neigung stimmt nicht mehr. Folge:
Das Segel wird nicht ordentlich aufgerollt. Hinzu
kommt, daß Vorliekslängen von mehr als
neun Metern eine enorme Reibung verursachen. Das
Reffen wird zur Qual. Abhilfe kann durch geduldiges
Nachführen des Großfalls erreicht werden.
Der Nachteil: Das Groß wird zu lose aufgerollt
und steht zu bauchig. Ein Segelstand, welcher bei
Starkwind unerwünscht ist. |
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