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    Grundsätzliches  
  Raumschots wird der Spinnaker über den achteren Holepunkt geschotet (blaue Schot). Das Achterliek kann sich öffnen und „Druck“ ablassen.

Fällt man auf Kursen mit achterlichem Wind ab, empfielt es sich, das Achterliek zu schließen. Dazu holt man den Barberholer dicht. Der Holepunkt wandert nach vorn (grün), das Segel wird bauchiger und die Formstabilität erhöht.

 
     
    Halbwinds mit Spinnaker  
  So ist der Spinnaker richtig getrimmt: Der Holepunkt stimmt, und das Achterliek kann sich öffnen. Gleichzeitig entsteht ein sehr strömungsgünstiges Profil: Das Segel zieht optimal.  
     
    Halbwinds mit Spinnaker  
  Der Holepunkt ist zu weit vorn, der Barberholer zu dicht. Die Folge: Das Profil bildet eine zu stark gekrümmte Anschnittkante. Die Strömung reißt ab, verwirbelt, und das Segel produziert fast nur noch Krängung.  
     
    Einfache Handhabung:  
  Im Gegensatz zu früher sind die hoch-
entwickelten Spinnaker mit ihren ausge-klügelten Schnitten auch mit kleiner Crew problemlos zu bedienen. Das ist der Grund, warum sich der Spinnaker gerade auf Fahrten-yachten wieder zunehmender Beliebtheit erfreut. Zumal leicht zu handhabende Spinnakersysteme zur Verfügung stehen wie:

- Sicher funktionierende Spinnaker-
  Bergeschläuche

- Leichte Spinnakerbäume mit gut
  durchdachten Beschlägen

- Reckarmes Tauwerk, das einen genauen   Trimm ermöglicht

- Leichtgängige, viel Kraft sparende Blöcke

 
     
 
    Trimm  
  Stets sollte der Spinnakerbaum so weit es geht, nach Luv gezogen werden. Es muß dabei jedoch darauf geachtet werden, daß das Unterliek vom Vorstag nicht abgeknickt wird. Bei zu weit gefiertem Baum kann die Leeschot weit gefiert werden, daß Unterliek befindet sich dann jedoch zu weit vor dem Boot. Die vom Wind gesehene projizierte Fläche verringert sich, Vortrieb geht verloren.
Der richtige Trimm ist dann erreicht, wenn das Spi-Unterliek hin und wieder leicht gegen das Vorstag tippt.
Bei einigermaßen konstanten Windbedingungen wird die Luvschot belegt und der Spi ausschließlich mit der Leeschot gefahren. Dabei muß diese Schot im ständigen Wechsel schnell dichtgeholt weden, wenn das Luvliek einzuklappen beginnt und langsam gefiert werden, bis das Unterliek wieder beginnt einzufallen. Ein Spinnaker, der über einen Zeitraum von mehr als eine halbe Minute prall steht, wird schlecht gefahren. Denn das beweist, daß die Leeschot zu dicht gefahren wird.
Je härter und je raumer der Wind kommt, desto schwieriger ist jede Yacht mit Spinnaker auf Kurs zu halten. Deshalb gilt raumschots in harten Böen: rechtzeitig (!) abfallen. Dabei kann die Leeschot gefiert werden, das vermindert eine krängende Wirkung. Wer es besonders gut machen will, zieht dabei den Spinnakerbaum weiter nach Luv. Droht die Yacht aus dem Ruder zu laufen, dann darf die Leeschot vollständig losgeworfen werden. Der Spi weht dann wie eine Flagge nach Lee, richtet im Rigg keinen Schaden an und verringert vor allem die Krängung. NIEMALS darf in kritischen Situationen die Luvschot losgeworfen werden. Das kann dazu führen, daß der Spi weitab in Lee vom Boot zu Stehen beginnt und der Masttopp in die Nähe der Wasseroberfläche gezogen wird. Wer diesen wichtigen Luvschot-Hinweis berücksichtigt, kann sich auch Achtknoten auf den Schot-Enden erlauben. Ohne Knoten würde der Spi bei unbeabsichtigtem Lösen beider Schoten waagerecht in Masttopphöhe nach Lee flattern. Ein Einfangen des Tuches gelingt eventuell durch Platt-vor-dem-Laken-Steuern in der Abdeckung des Großsegels. Diese Abdeckung läßt sich durch eine nach Luv ausgebäumte Genua vergrößern.
Die Höhe des Spinnakerbaums richtet sich nach Kurs und Windstärke. Beide Schothörner sollten auf gleicher Höhe getrimmt werden. Bei zu hoch eingestelltem Lee-Schothorn ist das Leeliek zu offen, Vortrieb geht verloren. Wird es zu tief eingestellt, schließt das Leeliek; daß führt nicht nur zu erhöhter Krängung, sondern schaufelt auch die Abwinde kräftig in das Großsegel. Auch das bremst. Bei sehr leichtem Wind hängt das leewärtige Schothorn herunter, also muß der Spinnakerbaum abgetoppt werden.
Auf spitzen Raumschotskursen sollte der Spi flach getrimmt werden, vor allem bei viel Wind. Bei mittlerem Wind ist eine etwas bauchigere Form zweckmäßig.
Auf windigen Vormwind-Kursen neigt ein zu bauchig getrimmter Spi dazu, sich und das Boot aufzuschaukeln. hat ein solches unkontrolliertes Geigen eingesetzt, dann gilt für den Rudergänger: Immer dem Spinnaker hinterherfahren, um die krängende Wirkung in den Griff zu bekommen. Zieht also der schaukelnde Spi den Masttopp nach Luv: luven. Schleift hingegen die Nock des Großbaums durch das Wasser: abfallen. Ein flach getrimmter Spi und ein nach vorn verlagerter Holerpunkt der Leeschot vermindern die Neigung zum Aufschaukeln.